Eine unbeliebte Wahrheit: Warum es für eine Veränderung oftmals eine Veränderung braucht

Wer kennt es nicht? Dass wir uns nach dieser einen magischen Lösung sehnen. Nach der guten Fee, die kommt, mit dem Zauberstab winkt und zack, ist alles gut. Die Vergangenheit geheilt, der Schmerz weg, das Selbstwertgefühl unerschütterlich, die Leichtigkeit zurück. Und ich gebe ehrlich zu, dass ich gerne diese Fee wäre. Wirklich. Und oft höre ich von Klientinnen und Klienten, dass die Hypnose, die Veränderung, die wir gemeinsam erreichen, sich wie Magie anfühlt. Und ja, da liegt auch ein gewisser Zauber drin. In dem Moment, in dem sich etwas im Inneren verschiebt. Wenn plötzlich ein neuer Blick möglich wird. Aber - und hier kommt die unbeliebte Wahrheit - manchmal reicht das nicht.

 

Warum?

Weil echte Veränderung manchmal nicht nur im Inneren stattfinden kann. Weil beispielsweise die intensivste Arbeit am Selbstwertgefühl kaum eine Chance hat, wenn man jeden Tag in einem Umfeld lebt, das dieses Selbstwertgefühl mit Füßen tritt.

 

Bleiben wir bei dem Beispiel: Stell dir vor, jemand kommt zu mir mit dem Wunsch, einen stärkeren Selbstwert und mehr Selbstliebe zu entwickeln. Wir schauen gemeinsam auf alte Wunden, lösen blockierende Glaubenssätze, aktivieren innere Ressourcen. Wunderschöne, kraftvolle Prozesse.

Aber dann? Dann geht diese Person nach Hause, in eine Beziehung, in der sie regelmäßig klein gemacht wird. Nicht gesehen. Vielleicht sogar betrogen. Oder schlimmer und körperlich oder seelisch verletzt.

 

Wie soll da echte Selbstliebe wachsen?

 

Denn, auch wenn es weh tut, das zu lesen: Wer in einem lieblosen Umfeld bleibt, entscheidet sich jeden Tag gegen sich selbst.

Und Selbstliebe bedeutet eben auch, Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen darüber, wie man sich behandeln lässt. Was man toleriert. Wo man Grenzen zieht.

 

Veränderung braucht oft Mut. Und manchmal braucht es eben auch eine ganz reale Veränderung im Außen. Ein liebevolles Umfeld. Menschen, die einen sehen. Die einen halten, fördern, ehrlich sind. Ohne das wird es schwer. Nicht unmöglich, aber schwer.

 

Deshalb! Wenn du das Gefühl hast, an dir selbst zu arbeiten und trotzdem nicht weiterzukommen, frag dich ehrlich: In welchem Umfeld lebe ich? Tut es mir gut? Trägt es meine Veränderung oder untergräbt es sie?

 

Das ist keine leichte Frage. Aber sie ist wichtig. Und mutig.

Denn genau da fängt Veränderung an.

 

Mit dir.

Für dich.

In deinem Alltag.